Teddy  der Owtscharka 

Von  den Freunden des Hundeschutzhofes  auch Herr Jakob  genannt.

 

Er  kam  als  Nothund,  gebracht  von einem  tollen Team. Es  war  eine  weite  Reise  für  die Tierschützer  und  einfach war  es  nicht.  Drei Stunden  brauchten  sie um  den Hund ins Auto  zu bekommen, den  das Medikament   zum   Ruhigstellen, welches   von  einer  Tierärztin kam  wirkte  leider  nicht  wirklich. Teddy trug  einen Maulkorb, es  wurde  ohne Pause  durchgefahren.  Müde  und  sehr blass  kam  sie dann auf  dem Schutzhof  an. Mit  ganz  erstaunten Augen sahen sie  dann  dass  der Maulkorb  sofort  abgenommen  wurde. Obwohl  Teddy  brummte.

 

Ein  Nothund  war  er  wirklich  der 2 Jahre  alte  Junge.   Ohrmilben. blutiger Stuhlgang und  Schmerzen die ganze  Körpermotorik   stimmte  nicht.  Er  hatte  starkes  Untergewicht.  Aus  tierärztlicher  Sicht  gab  es  Bedenken  das man ihn  durchbekommen  wird.  Von  einem Muskelaufbau  konnte  man  nicht  reden. 

Teddy  mochte  nicht  liegen wenn ein Mensch in der Nähe  war,  er  Konnte  nicht  richtig  laufen.  Er  hatte  viele Ängste  Besen, Schrubber  usw.,   es ist  klar  er wurde  geschlagen  den  er  winselte  wenn man sich ihm  näherte.  7-mal am Tag  wurde  er  gefüttert  den  er musste ganz einfach  was auf  die Rippen  kriegen.

 

Zwei  Monate  hat  es  gedauert bis  sich  sein  Verhalten  etwas  normalisierte. Ins  Haus  wollte  er  aber  absolut  nicht  und  das ist  auch  Heute  noch  so  er lässt  sich  nicht  überreden  das Haus  zu  betreten. Irgendwie  verständlich, wenn  so  ein  Hund  in einer kleinen Wohnung  ständig  an  die Heizung  angebunden wird  und  dann auch noch  Prügel  bezieht. 

 

Er mag  keine  Hunde  und auch  keine  Männer  hier  hat er  einen  eigenen Auslauf  wo  er  buddeln  darf  so  wie er mag  Löcher  so  tief,  dass  nur  noch  Ohren  rausgucken.

Einziger  Spielkamerad    für   „ Herrn Jakob“  ist   -  Frau  Jakob  es macht  ihm Spass  sie immer  mal  zu Fall zu bringen  und  dann  ganz sanft  mit  der  Pfote  anzustupsen. Er  stellt  sich  dann auch  so  hin, das  sie  sich an ihm  hochziehen  kann  um  sie  dann  aber gleich  wieder  umzuwerfen. Beim kämmen schläft  er  ein   und lehnt  sich an, so  das  man  umfällt.  Klar  das er dann guckt.   wie  jetzt   -  ich  war  das nicht !

Seine Nächte  verbringt  er  auf  der Schafwiese  dort  ist  er  der Wächter  und man merkt ihm an  er  macht  diese Arbeit  gern. 

 

 

 

So  sieht  er  jetzt  aus die  Bilder  sind  ganz aktuell 

Hundegeschichte vom Hundeschutzhof Adelheid Jakob, Emsland

 

 

 

Der laufende Pansen und Wolfshund Lupo. .

 

 

 

Irgendwo in einer Kleinstadt abgelegen von den großen Städten, ein runtergekommenes Haus mit mehreren Wohnungen, die jedoch nicht alle bewohnt sind und dessen Flure laienhaft bemalt wurden , die Türen renovierungsbedürftig und das Grundstück ungepflegt und ohne Zäune. Das Gebäude riecht nach ehemaliger DDR, die es schon etliche Jahre nicht mehr gibt. In diesem Haus lebt Lupo bei einem Frauchen, sie geht mit ihm spazieren; aber oftmals ist er auch allein und langweilt sich sehr. Lupo ist kein wilder Wolf sondern ein Wolfshund dessen nahe Vorfahren jedoch noch echte Wölfe waren. Diese anerkannte Rasse hat so einige Eigenheiten, es sind Hunde die von besonderen Liebhabern gehalten werden. Wenn man dabei die Eigenarten berücksichtigt ist das auch ohne Probleme möglich. Wird man den Eigenarten nicht gerecht, wird der überaus schlaue und pfiffige Hund schon mal zum Problem.

 

Durch die andersartigen Pfoten und der sehr ausgeprägten Beobachtungsgabe lernt er sich Dinge die durchaus nicht so erwünscht sind. Fenster öffnen, Kühlschränke aufmachen andere Schränke natürlich auch, einfach Dinge die man bei anderen Hunden nicht so ausgeprägt kennt. Eingesperrt fressen sich solche Hunde sogar durch Wände.

 

 

 

 

 

Durch die Langeweile die sich auch durch die Anwesenheit einer Mischlingshündin nicht ändert, kommt Lupo auf tolle Ideen. Wolfshunde akzeptieren oftmals nur eine Hündin der gleichen Rasse als Partner. Er ist immer bereit sich selbst Abwechslung zu verschaffen und sein Ziel ist nach der Suche in der Wohnung nach irgendwas essbaren, der Weg nach draußen. Das gelingt ihm auch immer wieder mal.

 

Leider mag er keine Katzen und manche kleinen Hunde gehen ihm auf den Nerv.

 

So kommt es zu schlimmen Vorfällen, einige Katzen sterben und auch zwei kleine Hunde die ihm begegnen erleiden dieses Schicksal.. Die Menschen der Umgebung haben verständlicherweise Angst vor ihm. Immer wieder gibt es Anzeigen und sein Frauchen schafft es nicht ihn wirklich von seinen Aktivitäten abzubringen. Ein vergessenes Kippfenster reicht aus und Lupo ist mal wieder allein auf Wanderschaft. Das ist vorerst sein letzter Spaziergang , diesmal kommt es nicht zu einem schlimmen Vorfall aber jemand macht eine Anzeige, das ein gefährlicher Hund ohne Begleitung unterwegs ist und die zuständigen Behörden wollen handeln. Sein Frauchen die schon einige Strafen bezahlt hat, macht sich große Sorgen letztlich um sein Leben.

 

Sie sucht nach einem Platz für ihn, wo diese Gefahr nicht besteht und er entsprechend seinen Eigenschaften leben kann.

 

 

 

Der Platz wird gefunden und Lupo wird mit Hilfe eines Tierfreundes ein paar hundert Kilometer auf einen Hundeschutzhof gefahren. Das Frauchen schaut sich den Schutzhof genau an und ist überaus erfreut, dass so eine gute Stelle für ihn gefunden wurde.

 

Der Hundeschutzhof ist mit Zäunen von 2 Meter Höhe einer Schräge und 70 cm unter der Erde umgeben. Diesen kann er nicht übersteigen, er wird dort einen eigenen Platz mit einem jeder Zeit zugänglichen Gehege erhalten, dazu ausreichend persönlichen Kontakt.

 

 

 

Aus dem Auto raus darf er erstmal den sehr großen Hof an einer 40 Meter langen Laufleine, abgesichert mit einem Geschirr zwei Halsbänder und zusätzlichen zwei leichten Leinen besichtigen. Grosse Sicherheitsmaßnahme den einen Wolfshund gab es bis dahin auf dem Schutzhof noch nie. Das Gebell der anderen Hunde die dort leben interessiert ihn nicht. Die Hühner werden gelangweilt wahrgenommen.

 

Als das Auto mit seinem Frauchen ohne ihn wegfährt berührt ihn das irgendwie gar nicht.

 

Er nimmt jedoch gleich Kontakt zu Adelheid auf dabei ist er ängstlich mit eingeklemmter Rute , das ist kein gutes Zeichen. Danach kommt er erstmal in das Wohnhaus die Haushunde zwei Staffs weiblich und männlich mag er nicht, sie ihn aber auch nicht. räumliche Trennung ist also angesagt.

 

Da die Haushunde nun den anderen Hunden Gesellschaft leisten, kann er alle Wohnräume benutzen. Natürlich wird er gefüttert, er erhält BarF ( Biologisch artgerechte rohe Fütterung ) das schmeckt ihm - Laut Aussage des ehemaligen Frauchens hat er das ja auch vorher bekommen. Seltsamerweise ist er nicht stubenrein.

 

Er blieb Nachts im Haus und schlief mit im Schlafzimmer natürlich war er unruhig wie das bei Hunden ist wenn sie neu irgendwo ankommen.

 

Am nächsten Morgen zeigt er, wie man den Kühlschrank öffnet, ganz geschickt und schnell. Dann wird festgestellt er hat Flöhe, Würmer und auch Ohrmilben.

 

Ein Tierarzt kommt und sagt dass er viel zu dünn ist. Er sagt hoffentlich kommt er durch, Das alles erklärt auch warum er immer ausgerissen ist; sein ehemaliges Zuhause war also nicht das Beste.

 

Am anderen Tag wird ihm ein Raum zugewiesen der demnächst sein Platz sein soll, ein freier Zugang zu einem großen Auslauf ist dabei. Dieser Raum gilt als total ausbruchsicherer Platz.

 

 

 

Am nächsten Morgen verlässt Adelheid den Hof für etwa eine Stunde: Als sie zurückkommt und ihr Auto auf dem üblichen Platz parkt sieht sie Lupo auf dem Hof stehen. Das Tor nach draußen ist noch nicht zu und sie sieht ihn locker mit schnellem Schritt nach draußen verschwinden. Wie er auf den Hof gekommen ist kann sie sich nicht erklären. Das Fenster des Raumes ist vergittert, die Tür verschlossen, es gibt nur einen Lüftungsschlitz aber der ist 13 cm hoch und 17 cm lang da kann eigentlich kein Hund durch und im Blumenkasten der da unter steht ist keine Blume geknickt. Unvorstellbar aber die einzige Möglichkeit. Klar auf ihr Rufen hört er nicht, denn er ist scheu und ja auch erst den zweiten Tag da. Panik ist vielleicht das richtige Wort was sie nun befällt. Denn das was sein ehemaliges Frauchen über ihn gesagt hat, da wäre er eine Gefahr.

 

Sie informiert rund herum, Jäger Polizei und auch die Hundebesitzer der Gegend und die Nachbarn die dort ihre Felder haben werden gewarnt. In der Erregung , den es ist das erste Mal in den ganzen Jahren; das ein Hund wegläuft, bekommt man sogar den Befehl sofort zu erscheinen auch wenn man 400 km weit weg ist um zu helfen den Hund einzufangen.

 

Nach einiger Zeit eine Sichtmeldung er wurde an der Hauptstrasse gesehen. Langsam so zu sagen im Schritt-Tempo fährt sie dort hin. Richtig da ist er und sie versucht ihn anzulocken. Er läuft auch neben ihrem Auto her nur dann kommen andere Autos und er verschwindet in einem Maisfeld.

 

Sie holt eine Hündin, an die Schleppleine bindet sie einen halben Pansen, der schleift auf der Erde und macht so eine Spur, auf dieser Spur nähert er sich wieder dem Schutzhof,

 

Bis zu den Rhododendron die außerhalb des Zaunes stehen.

 

Den Hof betritt er nicht, es wird Abend und eine schlaflose Nacht für sie den sie schaut ständig nach ihm, locken lässt er sich nicht, bleibt aber in den Büschen.

 

Wie man später sieht hat er sich dort eine Kuhle gegraben und schläft da auch.

 

Am nächsten Tag versucht sie auf eine außergewöhnliche Art an den Hund ranzukommen bezw. ihn auf den Hof zu locken. Sie verkleidet sich als wandelnder Pansen. Sie bindet den Pansen mittels Schleppleine an sich, nur aufrecht geht es nicht, so krabbelt sie dann auf allen Vieren zu ihm hin und dann wieder Richtung Tor; so kann sie ihn nicht packen und ist also darauf angewiesen das er ihr folgt. Der Gestank ist großartig aber sie muss aushalten und das sehr lange. Der kluge Lupo reißt immer ein kleines Stück aus dem Pansen der nun hinter ihren Beinen schleift. Sie krabbelt Richtung Tor aber er zieht sie immer wieder zurück da der Pansen ja fest an sie angebunden ist und die schlanke Frau für ihn keine Bremse ist. Diese Kabbelei dauert Stunden und Lupo reißt immer wieder ein kleines Stückchen aus dem Pansen. Adelheid belästigt der Gestank und sie kann weder trinken noch essen. Wenn sie sich aufrichtet ist der scheue Hund weg. Nach elend langen Stunden ist sie endlich am Tor das es nun gilt zu schließen ohne sich aufzurichten. Irgendwie erwischt er nun mal ein größeres Stück von dem Pansen und super er rennt damit auf den Hof. Tor zu und der wandelnde Pansen steht unter der Dusche.

 

In dieser Zeit hatte der Jäger im Ort 70 Anrufe das ein Wolf gesehen wurde.

 

 

 

So ca. 3 Wochen schläft sie dann in seinem Hunderaum und so wird der scheue Lupo zu einem Hund der sie gerne wie eine Klette begleitet. Abhauen daran denkt er nicht mehr und wenn man den Hof besucht kann es sein das er einem als erster entgegen kommt, Aus dem so genannten gefährlichen Hund ist ein freundlicher Schutzhofbewohner geworden.

 

 

 

Geschrieben Inge Schiefelbein 02.11.2017

 

Dieser Text wurde in Focus online  veröffentlicht.